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Freizeit & Kultur

Wettbewerb National Concert Hall, Vilnius

Der Wettbewerbsbeitrag für den Neubau des Nationalen Konzerthauses in der litauischen Hauptstadt Vilnius basiert auf zwei rechteckigen Grundelementen, in denen zwei Veranstaltungssäle untergebracht sind. Sie werden durch ein gemeinsames grosszügiges, mit Kupferschindeln bedecktes Dach zu einer Einheit vereint: zum «Haus der Nation» – «Tautos Namai».

Charakteristisches Merkmal des Entwurfs ist das Kupferdach, das als Fassade das gesamte Gebäude umschliesst. Mit seinen beiden Dachspitzen stellt das neue städtebauliche Wahrzeichen eine formale Beziehung zur Dachlandschaft von Vilnius her. Eine feine Verglasung im Erdgeschoss hebt die Grenze von Innen- und Aussenraum scheinbar auf. Die Eingangshalle kann dadurch als Erweiterung der umgebenden Landschaft gelesen werden und ist im Sinne eines überdachten öffentlichen Platzes angelegt.

Die Aufführungssäle sind als unabhängige, vom Rest des Gebäudes isolierte Strukturen entworfen, um bestmögliche Voraussetzungen hinsichtlich der Saalakustik zu schaffen. Ohne auf den Strukturen der beiden Säle aufzuliegen, werden diese von einem Dach überspannt – mit entsprechenden Anforderungen an die Spannweiten.

Die Wände, welche die Veranstaltungssäle umschliessen, sind in zweierlei Hinsicht funktional: Einerseits verstärken sie die Schallisolierung zur Eingangshalle, andererseits sind in ihnen Infrastrukturbereiche wie beispielsweise Info- und Ticketschalter oder Sitznischen und Bänke untergebracht.

Der grosse Hauptsaal ist als Konzertsaal angelegt, mit entsprechenden Anforderungen an die Akustik. Für einen Konzertsaal ungewöhnlich, läuft das Dach zu einer Pyramidenspitze zu. Dies hat keine negative Einwirkung auf den Raumklang, dank einer über der Bühne hängenden Akustikdecke. Die markante Decke aus Gips verteilt den Schall optimal: auf die Bühne, für optimale Voraussetzungen für das Orchester und in die Zuschauerränge für besten Hörgenuss. Gleichzeitig kann sie – wie ein grosser Kronleuchter – zur Beleuchtung des Saals oder als Projektionsfläche eingesetzt werden.

Der kleinere Saal ist für verschiedene Arten von Aufführungen und entsprechend flexibel adaptierbar gestaltet. Die Decke ist mit aufblasbaren Kissen verkleidet, mit denen sich je nach Anforderung der Aufführung eine andere Saalakustik herstellen lässt. Eine Bestuhlung im Auditorium-Stil ist vorgesehen, wobei aus dem Boden ausfahrbare Sitze entlang der Seiten eine weiterführende Gestaltung des Raumes ermöglichen. Der Raum kann darüber hinaus – durch Anheben der Rückwand der Bühne – zum Foyer hin erweitert werden, was weitere Nutzungsmöglichkeiten eröffnet.

Bauherrschaft
Stadtverwaltung Vilnius

Zeitraum
2019

Zusammenarbeit mit
isla architects

Visualisierungen
Play-Time Barcelona